Schirmwerkstatt

©photos: guenay ulutuncok/laif

Eine Erinnerung aus der DDR, Weimar, 1985.

Anneliese Pennewitz Privat-Schirmmuseum in Weimar

Von Guenay Ulutuncok

Ihre Welt sind die Schirme. Schon 1985, als ich Annelies Pennewitz in Weimar kennenlernte, sammelte sie mit Leidenschaft Schirme aus aller Welt um einmal ein Museum mit ihnen zu gründen. Heute führt Sie das erste Schirmmuseum Deutschlands in Weimar. Über dreihundert unterschiedliche Schirme aus den letzten drei Jahrhunderten kann man dort heute bewundern.

Annelies Pennewitz hat den damals Beruf der Schirmmacherin von der Pike auf im väterlichen Betrieb in Erfurt gelernt und schon mit 18 Jahren ihre damalige Werkstatt in der Weimarer Marktstraße übernommen. Dafür brauchte eine private Unternehmerin in der damaligen DDR aber eine staatliche Ausnahmegenehmigung. Die wurde sogar erteilt – aber nur weil der frühere Inhaber des Traditionsgeschäfts verstarb, ohne einen Nachfolger zu hinterlassen. Annelies Pennewitz beschäftigte in der Werkstatt zwei männliche und in der Näherei zwei weibliche Angestellte und rasch bearbeitete sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern 400 bis 500 Aufträge im Monat.

Selbst in der DDR der 1980iger Jahre war der Beruf des Schirmmachers fast ausgestorben. Billig-Angebote aus Fernost beherrschten den Markt.

Einer der Mitarbeiter: „Wir reparieren hier alle Fabrikate, egal wo sie herkommen, aus der DDR, der Bundesrepublik oder aus Japan.“ Er ist kein Gelernter, hat sich aber in 20 Jahren die Schirmmacherei angeeignet.